Wer Themen wie Soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Toleranz und Nachhaltigkeit ernst nimmt, hat diesmal keine Wahl.

– SPD: Peer ist natürlich nicht links von den Christdemokraten. Als Ergebnis winken zwei Optionen: Bei der großen Koalition wird durchregiert, weil Mehrheit in Bundestag und -rat. Zweifelt die SPD an der Alternativlosigkeit, wird sie mit der Drohung, sie benähme sich wie eine Sozialistin, schnell wieder auf die Spur gebracht.
Rot-Grün erfände die Agenda 2021 und Hartz V: Kein Geld mehr nach drei Jahren Arbeitslosigkeit und Abschiebung nach Lampedusa. Die versprochene Kontrolle der Finanzmärkte stellt – im günstigsten Fall – den Zustand von vor Hans Eichel als Finanzminister her. So oder so: die Gewerkschaften und andere Unzufriedene halten still, “weil es doch unsere Wunsch-Regierung ist”.

– CDU per Aufgabenstellung ausgeschlossen.

– Grüne: ähnliche Problematik wie bei der SPD. Sie schielen mit einem Auge auf Aufsichtsratsposten und sind daher als Juniorpartner für Rot oder Schwarz gleichermaßen beliebt, weil formbar – mit desaströsen Ergebnissen (siehe Schwarz-Grün in Hamburg; im Wahlkampf Verhinderung des Braunkohlekraftwerkes versprochen, danach erst die Verträge gelesen. Kindergartenpolitik von stolzen Voll-Laien). Scheitert Rot-Grün, könnten sich die Karrieristen wieder in Richtung FDP bewegen – die Grundhaltung und Zielgruppe wird ja hier immer ähnlicher.

LINKE: Wollen anscheinend was ändern. Das erfreut weder die CDU, noch die SPD und deren Sachzwangpolitik und das lässt diese reflexhaft nach rechts scheren, weil sie Angst bekommt, die CDU würde ihr nochmal Sozialismus vorwerfen. Auch: keine realistische Regierungsbeteiligung denkbar. Im Moment nur als Regulativ wichtig (siehe auch Anthony Downs: Ökonomische Theorie der Demokratie

PIRATEN: sind anscheinend noch zu ähem schwarz hinter den Ohren. Je nach Thema eine Mischung aus LINKE (solidarisch) und FDP (“erfolgreich selbstständig”). Viele vielversprechechende moderne Ansätze. Comeback imminent: Sind nur diesmal etwas aus dem Focus (so und so)

FDP: Liberalität heisst hier: Freiheit vor Steuern für ihre “Leistungsträger” und das Erschliessen neuer privatwirtschaftliche Märkte in Bereichen wie Gesundheit und Grundversorgung.

Kurz: Sorgt mit Eurer Stimme für eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb. Dann haben mehr Wähler die Chance, deren unsoziale und umweltschädliche Ideen (Wende der “Energiewende”, weitere Privatisierung der Krankenversicherung und Basisversorgung – wie Wasser (mit Enthaltung der SPD, weil der Gegenantrag von der Linken kam) zu erkennen.
DANN erhalten SPD und Grüne auch die Möglichkeit, wieder eine echte Gegenposition zur Union zu entwickeln und erstere die Zeit, endlich nicht mehr dem Lob von Merkel wg. Agenda2010 hinterher zu jagen.