Intro barcamp hamburg 7

Vorneweg: Ja, das Essen war üppig, ja, es sind viele bekannte oder künftig bekannte Gesichter vor Ort, ja, die Orga war gut…..

Damit müsste ich dem allgemeinen Geblogge zum barcamp Genüge getan haben. Mir geht es allerdings um etwas Anderes. Ich habe nämlich manchmal den Eindruck, nicht nur aus einer anderen Generation sondern aus einer anderen Galaxie zu kommen. Please read on….

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Ich Ich Ich – hab’ da eine App entwickelt

Es muss etwas süchtig machendes dabei sein, in 60 Sekunden eine Session-Idee in brabbelndem Deutsch mit vielen „Ähs“ und oft schlecht sitzender Garderobe vorzutragen. Anders kann man sich die – ja, ich spreche es aus – Raserei am Bühnenrand nicht erklären: “Ich möchte mit Euch über Unternehmenskommunikation reden – ich habe da eine App für entwickelt”.  Ihr löst auch den Welthunger, die Lächerlichkeit der FDP und die Koalitionsverhandlungen mit einer App, oder? Kurz: Die Schlacht am kalten Buffet bei Reinhard Mey und später vor den Tagungsräumen ist nüscht dagegen.

Auch der oft geäußerte Hinweis von Organisatorin Vivian Pein: „Es sind noch weisse Flächen auf der Wand“ macht das nicht unbedingt besser: Quantität vs. Qualität anyone?

Immerhin gab es natürlich trotzdem viele hilfreiche, unterhaltende, interessante und absurde Sessions, die lohnten sich anzuschauen und besser noch, dabei mitzumachen.

Aua, dass tut beim Hinsehen schon weh….

Ja, es gibt viele Beispiele, entblößte Körper attraktiv in Szene zu setzen. Die Fotos der Session „Autoerotische Unfälle“ gehörten definitiv nicht dazu. Aus Rücksicht auf meine zarte Psyche musste ich nach Folie drei den Raum wechseln…. Immerhin: Der Vortrag war ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass der Phantasie des Menschen von Natur aus wahrlich keine Grenzen gesetzt sind.

Deine neue Röhre

Dann also zu den Tipps und Tricks bei YouTube. Der “Schiffstester” Matthias Morr stellte dabei recht ausführlich seinen Kreuzfahrtreisen-Channel vor. Da ich hauptberuflich von der Berufsgenossenschaft schon fast als psychisches QM2-Opfer anerkannt bin, konnte ich seine Begeisterung für das Thema nur bedingt teilen. Hier ging es aber hauptsächlich um Möglichkeiten, die Zuschauer auf ein weiteres Video, eine URL oder eine Ticketbuchung weiterzuleiten.

Kixka konzentrierte sich dann auf weniger glamouröse Hinweise, z.B. wie das Impressum korrekt in die eigene YouTube-Profil-Seite eingerichtet werden kann. Also eigentlich Dinge, die man hätte auch recherchieren können, aber statt suchen bekam ich gleich den richtigen Weg gezeigt. Hilfreich.

Only one Girl in the Whole Wide World (-> Wreckless Eric)

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Der Vortrag übers Online-Dating von Achim fand nicht nur ich recht kurzweilig – kein Wunder bei dem Thema. „Ist flirten schon Sünde“ fragt Catholic Dating. Das Angebot kannte ich nicht – auch sugardaddy.eu schien erschreckend logisch (In unserer Ecke wurde kurz der Business-Plan zu „zuckermama.de“ erstellt – und verworfen. Können wir ja notfalls an die Samwer-Brüder verkaufen).

Auch „ SHOPAMAN“ fand ich doch eher befremdlich – ist das nicht sexistisch? Aus dem Werbetext: „Ladys: Singlebörse geht auch anders: SHOPAMAN verwandelt euch in Shopaholics, männerkaufende Shoppingqueens auf Partnersuche. Euer Ziel: fabelhafte Dates mit erlesenen Männern. Dabei gehen wir euch zur Hand, denn unser einzigartiges Datingprinzip sorgt dafür, dass wir nur tadellose Ware im Sortiment haben.“ Tja, wahrscheinlich empfindet mann(!) nur Neid, weil ich immer Sonderangebote und Groupon-Aktionen machen müsste, um hier noch mal „zu verkaufen“. Die Idee von Achim, bei der Partnerwahl wieder mehr Intuition einzubinden ist sicher richtig. Ob das mit zwei „Schnappschüssen“ funktionieren kann, die jeder Suchende hochlädt, wurde in der Runde eher angezweifelt.

Science Punk als neues Magazin-Modell

Nach dem Lunch ab ins AKRA-Kämmerlein: Es ging um ein neues Digitalmagazin im Abo zum Thema Wissenschaft mit Namen “Substanz”. Für 12 Euro im Monat – so der Plan – erhält der Käufer jeweils drei längere Beiträge wöchentlich. Das muss nicht immer ein Artikel sein, auch Filme, Grafiken oder andere Formate gehören zum Angebot. In der Runde wurde zumindest mehrfach der Wunsch nach „Verlangsamung“ bei der Wissensaufnahme geäußert. Zur der periodischen Veröffentlichung und der – eher zögerlich angedachten Feedback-Anbindung an Social Media gab es noch Diskussionsbedarf.

“Say something nice to me” Jenny und Rene laden zur Freundlichkeits-Session. Anlass war ein #twocktail-Abend, bei dem sie so freundlich bedient wurden, dass es ihnen schon unheimlich war.  Bitte recht freundlich! IMG_0758 Nun: Ich war zunächst etwas überrascht, dass man aus so einem Thema eine Session machen kann. (Ehrlich, genau darum habe ich bisher nur bei der SMWHH aktiv vorgetragen). Aber noch überraschender waren die Reaktionen. Endlich konnte man sich wieder in alten Vorurteilen suhlen: Coder sind so vertieft in ihren Scheiß, dass sie der Oma nur dann die Tür aufhalten können, wenn sie dafür eine App auf’m Smartphone finden.

What’s next: “So schaffe ich es zu essen ohne kleckern” oder “Hosenstall schließen nach j-e-d-e-m Klobesuch!” Hier geht’s zum Blogbeitrag des Vortragenden.

Video killed the Session Stars

Wenn Scotty zu den Serienjunkies lädt, dann setzt man sich hin, hält ausnahmsweise mal die Schnute und genießt. Diesmal im Angebot „Ray Donovan“, “Community”“Entourage” (über die frühe Karriere eine Jungschauspielers, mit und z.T. basierend auf den Erfahrungen von Mark Wahlberg, “House of Cards” mit Kevin Spacey sowie “Masters of Sex“. Mit letzterem können die jungen (pah, hier sind nur wenige unter 30!) Menschen wohl wenig anfangen: Ich war der einzige, der mehr als den Trailer sehen wollte….

Leider war ich weder beim diesjährigen Herzblatt noch dem PowerPoint-Karaoke anwesend, da meine Radioshow mich um 20 Uhr ins Studio drängte. Aber ohne die Original-Stimme von Susi, die leider wegen Erkrankung Zuhause bleiben musste….

 

Fortsetzung:
barcamp Hamburg #7 Part 2/2: Von falsch verstandenen Themen und Wege zum Suizid