Kristin Oldenburg & Stefanie Rückert riefen und fast 100 hatten vorab zugesagt: zur Revitalisierung des Webmontags in Hamburg. Zünftig im betahaus mit Twitterwall (#wmhh), Beamer und aktiver Energiespareinstellung. 

Erster Vortrag: Drupal – eine Content-Managment-Plattform („Nein“) für Websites/Präsenzen/etc. auf die auch das Weiße Haus baut. Und dann ging es los: Atemlos wie bei einer Bobfahrt raste Karsten Frohwein von comm-press überzeugend durch sein Thema. Die Coder fanden es anscheinend oberflächlich, die anderen mussten sich sehr konzentrieren. „Drupal ist eine Community“ wurde positiv aufgenommen. Bester Satz allerdings (sinngemäß): „Euer Content muss sich nicht an vorgegebene Menüs anpassen“. Der Rest war „Nodes“ und „GIT“ und 6000 Module. 

Danach durfte sich Daniel Neuberger, Mitglied des Webmontagsteams mit seiner Online-Produktmanager-Aufgabe bei der Otto Group präsentieren: was es ist, wie es funktioniert und wie er es optimiert mit Gegenüberstellung von Usability Testing vs. Multivariates Testing. Ja, da glühte die Twitterwall. 

Nun, das ist natürlich eine Einladung für „uns“ Besserwisser, mehr oder weniger sinnvolle Kommentare (von Getränkebestellungen über Drupal-Werbung zu bissigen Bemerkungen) aus der semi-anonymen Deckung abzufeuern. Das war aber leider auch das einzig „soziale“ an der Veranstaltung. Jemand (eh, ja, ich wars) formulierte: „Ist das hier jetzt Web 0,5: „Frontalunterricht“?“ Denn eigentlich waren es herkömmliche Produktvorführungen, die uns die Vortragenden hier anboten. Kein Angebot zur Teilnahme – da gab es auch vor dem Zeitalter des Web bessere Beispiele. 

Ich freue mich auf den nächsten Webmontag am 29.11 bei Otto, hätte dafür aber auch ein paar Wünsche: 

    1. Vorträge von Firmen, Unternehmen, Agenturen etc. sind willkommen, wenn Sie sich zu ihrem Thema äußern: als Kommentar, als Diskussionsangebot, als These. Dabei ist natürlich auch die Darstellung der eigenen Leistung erlaubt, aber eben nicht ausschließlich! Die eigene Kompetenz wird dann dadurch gezeigt, dass man eigene Ideen hat und nicht ein z.B. schlaues (amerikanisches) Fachbuch rezitiert.
    2. Da das Publikum sehr heterogen ist (Programmier, Marketingheinis („die natürlichen Feinde des Programmierers“ – anders rum gilt das dann auch) Ideengeber, Investoren (?), etc.) sollte das auch bei den einzelnen Vorträgen berücksichtigt werden. Also vielleicht ein kurzer Einstieg, bevor es in die Tiefe geht. (ja, ist nicht so cool, aber könnte mehr Austausch zwischen den Teilnehmern ermöglichen)
    3. Die Beiträge sollten – möglichst – zum Diskutieren danach einladen: also keine Unternehmensstatements sondern Vorschläge etc. Das schliesst natürlich inhaltlich an Punkt 1) an, hier ist aber der rhetorische Aufbau gemeint.

    Ursprünglich erschienen am 25. Oktober 2010 auf https://soul-stew.myblog.de

    Damalige Kommentare:

    Tim / Website (26.10.10 00:34)
    Wie lang waren denn die Präsentationen?
    Alex / Website (26.10.10 12:40)
    Habe es ja leider nicht geschafft, aber das ist eine interessante Einordnung des Abends. Danke!
    Ich hoffe auch, dass es bei den nächsten Malen noch mehr zum Austausch von Konzepten und Ideen kommt.
    Ralf Hendel / Website (26.10.10 21:53)
    Danke für die zutreffende Zusammenfassung des Abends!
    Ich hatte den Eindruck, dass nach der langen Webmontags-Pause alle froh waren Speaker für den Abend zu haben und ein attraktives Programm statt finden kann.
    “Angebot zur Teilnahme” – stimmt absolut! Aber wie macht man das? Als Workshop kann ich mir das gut vorstellen. Aber wie bekommen wir den “unconferenced drive” hin? Im Moment fehlen mir da noch die Ideen…
    Martin Privat Giese / Website (27.10.10 12:32)
    Hallo @Tim: die Präsentationen waren je 15 Minuten, @Alex: ja, darum habe ich das hier niedergeschrieben. Müssen wir uns alle an die eigene Nase.. usw.
    @Ralf: Ich denke, ein bißchen mehr Moderation und vorherige Absprache der Inhalte auf Diskussionsansätze würden helfen…
    my two pennies worth….

    Kristin / Website (27.10.10 19:49)
    Hallo und vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht über den ersten neuen Webmontag. Wir freuen uns über jede Form der Teilnahme – auch in Form von Feedback. Unser Wunsch ist es den Webmontag als #MitmachEvent zu platzieren. Jeder soll mitmachen und seine Ideen einbringen können. Über konstruktive Kritik wie in diesem Bericht freuen wir uns sehr.Um den Webmontag als Event zu positionieren und zu entwickeln braucht es mehr Rückmeldungen wie diese hier. Wir sind offen für jede Form von Anregungen, Vorschlägen und Kritik. Und wenn jeder einen kleinen Teil zum Webmontag beiträgt, wird es ein richtig tolles Ding – da bin ich mir sicher. Und jeden der meint das ihm der eine oder andere Vortrag zu langweilig war – bitte überlegt euch ein Thema und stellt euch doch mal nach vorne. Der Webmontag steht und fällt mit den Leuten, die sich trauen und bereit sind mit etwas zum Programm beizutragen.An dieser Stelle vielen Dank an die immer engagierte Drupal-Crew und an Daniel Neuberger, die bereit waren trotz nur kurzer Vorbereitungszeit den Webmontag mit uns zu eröffnen.KristinPS: Und ja, es stimmt natürlich – die nächste Twitterwall wird ohne Energiespareinstellung laufen – das war eben meine erste Wall 😉