… und wir dürfen mit rein!

Zu dem 50. Geburtstags des selbsternannten „Zwei-Hit-Wunders“ lud Andreas alte und neue Weggefährten ins Knust und die durften sich reichlich an seiner Diskographie bedienen, bestehend aus „Hintergrundmusik für gestressten Hausputz, fürs Bügeln, Zähneputzen und Marmeladenbrotschmieren“ (Kid. P. in SOUNDS 5/82).

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Den Anfang machte so ein Journalist aus Berlin, der zwei Songs aus „Ich bin der eine von uns beiden“ auf Akkustiklampfe vortrug. Das hatte irgendwas von Singgruppe aus dem Gemeindehaus – aber mit Charme.

Und schon folgt der Meister persönlich. Die Mischung aus „Pet Shop Boys und Pumuckl“ – so die Ansage – kommt schon nach wenigen Takten aus dem Grinsen nicht mehr raus. Hier ist einer doch überrascht, wie viele Leute seine Songs kennen und auswendig können. Ein Höhepunkt des Abends findet bereits hier statt: Matthias „Tex“ Strzoda hat die beste (Begleit-) Stimme des Abends. Zusammen mit Tim Lorenz am Mac ballern die beiden die Sounds, zu denen der Star des Abends seine Stimme einsetzt, die immer noch ein bisschen so klingt, als ob der Stimmbruch noch um die Ecke wartet.

Und dann holt er seinen „jüngsten“ musikalischen Mitstreiter auf die Bühne: Carsten Friedrichs mit dessen neuer Band „Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen“. Diese Besetzung spielt nämlich auf Doraus neuem Album „Aus der Bibliotheque“. Synthie-Geblubber war gestern. Und – wie der Titel naheliegt – hat die Zusammenarbeit auch textlich funktioniert. Schließlich wurde die Leihbücherei schon bei Friedrichs früherer Combo Superpunk mit „In der Bibliothek“ auf dem Album „Die Seele des Menschen unter Superpunk“ im Jahr 2010 eingehend und eingängig gewürdigt.

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Tanzen und Singen

Aber zurück zum Hier und Jetzt: Maurice Summen von Die Türen tanzt toll und singt..äh….. überzeugt, wenn auch nicht immer ganz so überzeugend. Egotronic aus Berlin covern „Single“ und ballern laut (Sänger Torsun kommt ja vom Punk) -unterhaltend aber gesanglich eher begrenzt.

 

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Justus und Fred 1

Und auch Justus Köhncke zeigt, warum er nicht als Sänger sondern als begnadeter Soundbastler geschätzt wird. Er darf „Fred vom Jupiter“ präsentieren – mit Fake-Iphone-App und grüngeschminktem Außerirdischen in weißem Anzug.

 

Das war Der Plan

Nach kurzer Pause dann der Höhepunkt für Altpunx und solche, die es vorgeben zu sein: Der Plan in Originalbesetzung!

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Hinten wird das Geburtstagskind in den Phasen seiner „Karriere“ eingeblendet, vorne huldigen ihm die drei betagten Herren Moritz Reichelt, Kurt Dahlke und Frank Fenstermacher.

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Die Marinas und Fred 2

Und dann: DIE MARINAS! Mit dabei: Hagar, die damals mit Herrn Dorau auf Tour war und Martina Weith, bekannt aus Funk, Fernsehen, Östro 430 und Prollhead. Dieses Update erlaubte sich dann auch beim Text einige Freiheiten – so wurde aus „Fred vom Jupiter“ „Andreas ist ‘ne coole Sau“ – köstlich. Vielleicht hat das ja jemand aufgenommen? Der Plan besang dann noch die „Alte Pizza“ und wir hatten Pipi in den Augen – danke!

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Das Finale

Schließlich: das Finale. Der Meister mit den Gentlemen, Stephan Rath und Justus auf der Bühne und es wird nochmal das gaaanz große Programm präsentiert mit dem „Superhit“ “Girls in Love” sowie „Hühnerposten“, dem titelgebenden Song aus dem neuen Album – auch wenn der Text bei Andreas nicht so sicher saß. Pünktlich um Mitternacht flogen die Ballons und nahezu alle Hemmungen (nicht, was Ihr denkt) und wir zogen schließlich nach fast 3-Stunden-Revue glücklich von dannen.

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Meine Beichte zum Schluß

Ich hätte vor über 30 Jahren niemals geglaubt, 2014 Herrn Dorau im Konzert zu feiern. Zu groß waren damals meine Vorbehalte gegen den Popper aus dem Osten Hamburgs. Heute – also gestern – war ich begeistert, die tollen Popsongs und den Spaß auf der Bühne live zu erleben. Ja, ich zeige hiermit offiziell Reue – auch wenn meine Bekehrung schon einige Jahre zurück liegt.