Sommer 1980 - die zweite Sprachreise nach Großbritannien. Diesmal ins sonnige Brighton. Auf jedem zweiten Auto prangte ein Aufkleber "I killed JR" - die Serie "Dallas" war - in full swing. Wir pubertären "Huns" verstanden zunächst nur Bahnhof. Die deutschsprachige Erstausstrahlung folgte erst am 30. Juni 1981. 

Zusammen mit einem weiteren Schüler war ich klassisch untergebracht im ehemaligen Kinderzimmer einer Gastfamilie; zwei Betten, ein Radio. Darauf lief spät abends eine John Peel Radio Session von The Police: "The Bed's Too Big Without You". Ich war begeistert - irgendwie Reggae aber auch Pop und New Wave. Und die Titelzeile rief erotische Assoziationen hervor. 

Vernünftige New Wave-"Mucke"

Eigentlich war die Band nicht so richtig hip. Die erste Single "Fall Out" auf dem Indie Label Illegal von Miles Copeland - Bruder des Schlagzeugers Stewart - war nichts besonderes. (Der Name des Labels passte in die Familie: Die Eltern waren beide in amerikanischen Geheimdiensten aktiv).

Danach ging es zur Firma A&M, die sich ja schon mal mit Punk verhoben hatte. Das konnte natürlich mit Police nicht passieren. Tatsächlich kamen die Musiker ursprünglich aus der Prog Rock-Ecke. Stewart spielte bei Curved Air, Andy Summers bei Gong. Alles also ziemlich "vernünftig". 

Es dauerte dann mehrere Anläufe, bevor "Roxanne" und das Debut-Album "Outlandos D'Amour" zum Hit wurden. Während andere Bands beim zweiten Album gern schwächelten, gefiel mir "Reggatta de Blanc" viel besser. "Message in A Bottle", "Walking On The Moon" und eben "Beds..." liefen lange noch im eigenen Kinderzimmer. 

Das nächste Album "Zenyatta Mondatta" bekam ich ein Jahr später bei Schaulandt am Nedderfeld vom Chef-Verkäufer und späteren Warner-Chef Bernd Dopp "unter der Hand" zwei Tage vor dem offiziellen Veröffentlichungsdatum. Es war längst nicht so eindrucksvoll. Aber immer noch besser als Stings Solo-Alben. Aber darüber schweigen wir lieber.